Astronautische Raumfahrt

Die Internationale Raumstation ISS ist das größte technisch-wissenschaftliche Projekt der Menschheit. An ihm sind die USA, Russland, Japan, Kanada und Europa beteiligt. Die vertragliche Grundlage für die Zusammenarbeit ist ein Abkommen zwischen den Regierungen der beteiligten Partner, das am 29. Januar 1998 in Washington unterzeichnet wurde. Deutschland ist der wichtigste ISS-Partner in Europa. In Bremen wurde das europäische Labor Columbus gebaut. In Bonn werden die deutschen Beiträge zu den ISS-Programmen Europas bezogen auf Ausbau, Betrieb und Nutzung der Station koordiniert. Und auch im US-amerikanischen Raumschiff Orion brechen Astronautinnen und Astronauten wieder zum Mond auf. Das in Bremen gebaute Europäische Service Modul (ESM) spielt bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond eine entscheidende Rolle. Auch für ESM werden die deutschen Beiträge in Bonn koordiniert.

Columbus

Am 7. Februar 2008 startete das europäische Weltraumlabor Columbus, um an der Internationalen Raumstation ISS montiert zu werden. Es war der Abschluss von jahrelanger Vorbereitung und harter Arbeit. Der deutsche Astronaut Hans Schlegel und sein französischer Kollege Léopold Eyharts waren Crew-Mitglieder auf der Mission Columbus, die das Raumlabor an der ISS montiert und in Betrieb genommen haben. Gemeinsam mit fünf NASA-Astronauten starteten sie im Space Shuttle Atlantis auf dem Flug STS-122 vom Kennedy Space Center in Florida.
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Luna Analog Facility

Die LUNA-Halle am DLR-Standort in Köln wurde 2024 offiziell eröffnet. Sie ist eine weltweit einzigartige Trainingseinrichtung, in der astronautische und robotische Missionen zum Erdtrabenten in einer realistischen Umgebung vorbereitet werden können. Die Anlage ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Mit einer Fläche von rund 700 Quadratmetern und einer Höhe von neun Metern verfügt sie zudem über ein angeschlossenes Technologiezentrum und bietet Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Start-ups eine Plattform, um ihre Technologien zu testen und weiterzuentwickeln.
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European Service Module ESM

Das US-amerikanische Raumschiff Orion, auch Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) genannt, ist im November 2022 im Rahmen des Artemis-Programms der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA zum ersten Mal ins All gestartet. Vom Kennedy Space Center in Florida wurde Orion mit der neuen Schwerlastrakete der NASA, dem Space Launch System (SLS), in den Erdorbit und von dort durch das Europäische Service Modul (ESM) zum Mond transportiert.
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Reinhold Ewald

Der am 18. Dezember 1956 in Mönchengladbach geborene Reinhold Ewald studierte Physik an der Universität zu Köln. Sein Studium schloss er 1983 ab und promovierte 1986. Schon im Rahmen seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFL) von 1983 bis 1987 machte Ewald einen Schritt in Richtung Himmel: Sein Forschungsschwerpunkt lag auf der Beobachtung und Analyse der Dynamik des Zustandes interstellarer Molekülwolken, die als Geburtsstätte neuer Sterne gesehen werden.
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Klaus-Dietrich Flade

Klaus-Dietrich Flade wurde am 23. August 1952 in Büdesheim nahe Frankfurt am Main geboren. Von 1974 bis 1976 absolvierte er eine militärische Offiziersausbildung und Ausbildung als Flugzeugmechaniker. Im Anschluss nahm er sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität der Bundeswehr in München auf.
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Reinhard Furrer

„Ich flieg da mit“, soll Reinhard Furrer gesagt haben, bevor er sich 1978 als Wissenschaftsastronaut bei der damaligen Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR, heute DLR) für die erste deutsche Spacelab-Mission, die gemeinsam mit der NASA durchgeführt werden sollte, bewarb. Er behielt Recht: 699 Konkurrenten ließ der gebürtige Österreicher hinter sich, obwohl er als Junggeselle schlechtere Karten als seine Mitbewerber hatte. Die Amerikaner bevorzugten Familienväter für ihre Missionen, da diese als ausgeglichener galten.
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Alexander Gerst

Im Mai 2009 wurde Alexander Gerst als einer der sechs neuen ESA-Astronauten vorgestellt. Er setzte sich gegen 8413 Bewerber aus 20 Mitgliedsstaaten durch. Im Anschluss an die zwei-jährige Grundausbildung in der russischen Raumfahrttechnik in Moskau sowie die Raumfahrerausbildung im europäischen Astronautenzentrum in Köln folgte die Ernennung zum dritten deutschen Astronauten, der die Internationale Raumstation ISS besuchen wird.
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Sigmund Jähn

Am 26. August 1978 brach der DDR-Bürger Sigmund Jähn als erster Deutscher ins All auf. Zusammen mit seinem sowjetischen Kommandanten Valerij Bykowski flog er mit dem Raumschiff Sojus-31 zur sowjetischen Orbitalstation Saljut-6 und führte dort zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch. Mit seinem achttägigen Flug, bei dem Jähn 125mal die Erde umrundete und sie dabei mit der deutschen Kamera MKF-6m erforschte, ist er in Ost und West schlagartig bekannt geworden. Jähn kehrte am 3. September 1978 mit der Rückkehrkapsel Sojus-29 zur Erde zurück.
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Matthias Maurer

Matthias Maurers Weg in Richtung Weltraum begann 2008, als er sich in der letzten Runde des Auswahlverfahrens für europäische Astronautinnen und Astronauten der ESA bewarb und es unter die Top zehn-Bewerber schaffte, die alle Auswahlprüfungen bestanden. 2010 ging er zur ESA, allerdings nicht als Mitglied der Astronautenklasse, sondern zunächst als Astronauten-Support-Ingenieur und Eurocom im Columbus-Kontrollzentrum. Ab 2012 übernahm er weitere Projekte im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) wie die Vorbereitung künftiger Missionen mit neuen internationalen Partnern.
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Ulf Merbold

Ulf Merbold kann auf 55 Tage im Weltall bei insgesamt drei Missionen zurückblicken. Als er am 28. November 1983 an Bord der Raumfähre Columbia vom Kennedy Space Center abhob, war er der erste Ausländer überhaupt, der mit einem amerikanischen Space Shuttle ins All flog. Im Rahmen dieser amerikanischen Mission STS-9 flogen neben Merbold noch fünf weitere Personen für zehn Tage in den Orbit. Diese bemannte Raumfahrt Mission stellte auch für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Premiere dar: Das Deutsche Raumfahrt-Kontrollzentrum (GSOC) des DLR in Oberpfaffenhofen führte zum ersten Mal erfolgreich eine bemannte Raumfahrtmission durch.
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Ernst Messerschmid

Als am 30. Oktober 1985 das Spaceshuttle Challenger ins Weltall aufbrach, befanden sich auch zwei Deutsche an Bord: Ernst Messerschmid und Reinhard Furrer. Die D1-Mission war die erste Spacelab-Mission mit deutschem Missionsmanagement und Verantwortlichkeit. Die gesamte Nutzlast wurde vom Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR, heute DLR) in Oberpfaffenhofen bei München zum ersten Mal außerhalb der NASA-Zentren kontrolliert. D1 war 1985 eine multidisziplinäre Mission mit 76 Experimenten in den Bereichen Material- und Lebenswissenschaften, Navigation, Kommunikation und Technologie.
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Thomas Reiter

Schon als Kind war der am 23. Mai 1958 geborene Thomas Reiter fasziniert vom Weltall und hatte einen klaren Berufswunsch: Astronaut. Dies erschien zu der damaligen Zeit jedoch noch unrealistisch – Raumflüge wurden von den Amerikanern und Russen absolviert, ein Deutscher war noch nicht darunter gewesen.
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Rabea Rogge

Die 1995 geborene Elektroingenieurin und Polarforscherin Rabea Rogge ist die erste deutsche Frau im Weltraum. Sie startete am 1. April 2025 zur privaten Mission „Fram2“ ins All. Der Flug wurde vom Milliardär Chun Wang finanziert und organisiert, der hierfür ein Crew-Dragon-Raumfahrzeug von SpaceX charterte.
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Hans Schlegel

Am 26. April 1993 flog Hans Schlegel im Rahmen der zweiten deutschen Spacelab-Mission (D2) als fünfter deutscher Astronaut in den Weltraum. Mit an Bord waren neben dem Deutschen Ulrich Walter noch fünf amerikanische Astronauten. Die multidisziplinäre Mission umfasste 88 Experimente auf den Gebieten Material- und Lebenswissenschaften, Technologie, Automatisierung, Robotik sowie Erd- und Weltraumbeobachtung. Insgesamt hatten elf Nationen Anteil an den durchgeführten Experimenten.
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Gerhard Thiele

Wissenschaftsastronaut, Nutzlastspezialist, Missionsspezialist und Shuttle Capsule Communicator der NASA. Die Karriere von Gerhard Thiele ist von einigen Highlights geprägt.
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Ulrich Walter

Ulrich Walter wurde am 9. Februar 1954 in Iserlohn geboren. Nach dem Abitur und seinem Wehrdienst nahm er 1974 das Studium der Physik an der Universität Köln auf und machte dort 1980 sein Diplom in experimenteller Physik. Hier setzte er auch seine wissenschaftliche Karriere fort: Fünf Jahre später erlangte er den Doktorgrad im Bereich Festkörperphysik. Im Anschluss zog es ihn in die Staaten an das Argonne National Laboratory (ANL) in Chicago, bevor er 1986 an die University of California nach Berkeley ging.
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